Spulwürmer
Spulwürmer gehören zu den häufigsten Würmern bei Hühnern. Bei Hühnern kommen vor allem zwei Arten vor: der große Spulwurm (Ascaridia galli) und der kleine Spulwurm (Heterakis gallinarum).
Der große Spulwurm kann bis zu 10 cm lang werden und lebt hauptsächlich im Dünndarm. Der kleine Spulwurm wird höchstens etwa 1 cm lang und kommt vor allem im Blinddarm vor.
Beide Arten ernähren sich vom teilweise verdauten Futter im Darm. Dadurch steht dem Huhn ein Teil der aufgenommenen Nährstoffe nicht mehr zur Verfügung. Bei einem starken Befall können die Würmer außerdem die Darmschleimhaut reizen und Entzündungen sowie Blutungen verursachen.
Diese entwickeln sich im Huhn weiter zu erwachsenen Würmern. Bereits die Larven können in der Darmschleimhaut Blutungen und Entzündungen verursachen. Die meisten Beschwerden werden jedoch durch die erwachsenen Würmer verursacht. Bei jungen Hühnern dauert es etwa fünf bis sechs Wochen, bis die Spulwürmer ausgewachsen sind. Küken bis zu einem Alter von sechs Wochen zeigen daher nur selten Beschwerden durch eine Spulwurminfektion. Bei älteren Hühnern dauert die Entwicklung etwa sieben bis acht Wochen.
Große Spulwürmer verursachen vor allem bei einem starken Befall Probleme. In solchen Fällen können die Würmer auch in der Speiseröhre und im Kropf gefunden werden. Der kleine Spulwurm ist nur wenig krankmachend. Der Parasit wird jedoch mit dem Auftreten der Schwarzkopfkrankheit (Histomonose) bei Puten in Verbindung gebracht.
Lebenszyklus
Erwachsene Spulwürmer können bis zu 200.000 Wurmeier pro Tag ausscheiden. Die Eier gelangen mit dem Kot in die Umwelt und müssen dort zunächst etwa zwei Wochen reifen, bevor sie für andere Hühner infektiös werden können.
Dieser Reifungsprozess verläuft bei warmen und feuchten Bedingungen schneller. Nach der Reifung können die Wurmeier jedoch mehrere Jahre in der Umwelt infektiös bleiben.
Hühner nehmen die infektiösen Wurmeier beispielsweise beim Picken auf dem Boden auf. Die Eier können außerdem von Regenwürmern, Käfern und Schnecken aufgenommen werden. Fressen Hühner diese Tiere, können sie sich ebenfalls mit Spulwürmern infizieren. Auf diese Weise können Wurminfektionen auch über solche Zwischenwirte von einem Stall oder Auslauf in einen anderen gelangen.
Nachdem ein Huhn infektiöse, sogenannte embryonierte Wurmeier aufgenommen hat, schlüpfen daraus Larven. Diese entwickeln sich im Huhn weiter zu erwachsenen Würmern. Bereits die Larven können die Darmschleimhaut schädigen und Blutungen oder Entzündungen verursachen. Die meisten Beschwerden werden jedoch durch die erwachsenen Würmer hervorgerufen.
Bei jungen Hühnern dauert die Entwicklung vom aufgenommenen Wurmei bis zum ausgewachsenen Spulwurm etwa fünf bis sechs Wochen. Bei älteren Hühnern dauert die Entwicklung etwa sieben bis acht Wochen.
Symptome
Ein leichter Befall mit Spulwürmern verursacht nicht immer deutliche Beschwerden. Vor allem bei einem starken Befall können jedoch gesundheitliche Probleme auftreten.
Mögliche Folgen eines Spulwurmbefalls sind unter anderem:
- Gewichtsverlust
- schlechtere Futterverwertung
- Entzündungen der Darmschleimhaut
- Blutungen im Darm
- allgemeine Schwäche
Der große Spulwurm (Ascaridia galli) verursacht insbesondere bei einem starken Befall Probleme. In schweren Fällen können die Würmer sogar in der Speiseröhre oder im Kropf gefunden werden.
Der kleine Spulwurm (Heterakis gallinarum) verursacht selbst meist nur geringe gesundheitliche Schäden. Er ist jedoch von besonderer Bedeutung, weil er als Überträger der Histomonose (Schwarzkopfkrankheit) eine wichtige Rolle spielen kann, insbesondere bei Puten.
Diagnostik
Ein Spulwurmbefall kann anhand einer Kotuntersuchung auf Wurmeier nachgewiesen werden. Dabei werden die mit dem Kot ausgeschiedenen Wurmeier untersucht.
Da nicht zu jedem Zeitpunkt gleich viele Eier ausgeschieden werden, kann eine einzelne Kotuntersuchung einen Befall nicht in jedem Fall sicher ausschließen. Bei Zweifeln oder anhaltenden Beschwerden kann es daher sinnvoll sein, eine erneute Kotuntersuchung durchführen zu lassen.