Weidemanagement
Extensiv genutzte Weiden mit weniger als einem Pferd oder zwei Shetlandponys pro Hektar sind im Allgemeinen wenig belastet. Die Zahl infektiöser Wurmlarven ist dort gering, sodass Pferde häufig ohne regelmäßige Entwurmungen auskommen.
Bei intensiv genutzten Weiden mit mehr als einem Pferd oder zwei Shetlandponys pro Hektar ist eine angepasste Weidebewirtschaftung wichtig. So lässt sich die Infektionsbelastung – also die Anzahl infektiöser Wurmlarven auf der Weide – möglichst niedrig halten. Dadurch sinkt das Risiko einer erneuten Infektion mit Wurmlarven.
Zur Weidebewirtschaftung gehört vor allem das regelmäßige Absammeln von Pferdekot. Auch das Mähen zur Heugewinnung sowie die Beweidung durch andere Tierarten wie Schafe oder Rinder können die Infektionsbelastung reduzieren.
Ein regelmäßiger Weidewechsel auf unbelastete Flächen ist ebenfalls wirksam, setzt jedoch ausreichend Weideland voraus. Häufig lässt sich eine Kombination verschiedener Maßnahmen sinnvoll umsetzen.
Weidehygiene
Während der Weidesaison befindet sich der größte Teil der Wurmpopulation als Larven auf der Weide. Eine im Sommer verabreichte Entwurmung kann daher nur einen kleinen Teil der gesamten Wurmpopulation abtöten. Pferde können sich anschließend schnell wieder mit Wurmlarven von der Weide infizieren.
Das regelmäßige Entfernen von Pferdekot ist deshalb wichtiger als häufige Entwurmungen. Eine hohe Belastung mit frei lebenden Wurmlarven lässt sich so gezielt reduzieren. Häufige und unnötige Entwurmungen belasten zudem Pferd und Umwelt und können die Entwicklung von Resistenzen fördern.
Wussten Sie schon?
- Wenn Sie Pferdekot zweimal pro Woche von der Weide entfernen, lässt sich die Wurmbelastung wirksamer reduzieren als durch regelmäßige Entwurmungen.
- Gleichzeitig entstehen weniger stark mit Kot belastete Bereiche auf der Weide.
- Auch der Ertrag der Weide kann dadurch steigen.
Heugewinnung und Mulchen
Beim Mähen und Heuen werden die Dungkugeln aufgebrochen. Wurmeier und sich entwickelnde Larven trocknen aus und sterben durch die Einwirkung von Sonne und UV-Strahlung schneller ab. Das kürzere Gras nach dem Mähen sorgt zudem dafür, dass die Wurmlarven stärker der Sonne ausgesetzt sind.
Beim Mulchen wird das lange Gras rund um die Kotstellen entfernt, das den Larven Schutz bietet. Gleichzeitig werden die Dungkugeln aufgebrochen und über die Weide verteilt.
Bei trockenem, warmem Wetter kann Mulchen dazu beitragen, die Infektionsbelastung auf der Weide weiter zu reduzieren. Wird jedoch im Herbst bei feuchtem und kühlem Wetter gemulcht, kann die Infektion von den ursprünglichen Kotstellen über die gesamte Weide verteilt werden. Pferde, die diese Bereiche normalerweise meiden und dadurch eine Infektion vermeiden, können sich dann stärker infizieren.
Beweidung mit anderen Tierarten
Wenn Pferdeweiden im Spätwinter und im frühen Frühjahr von Wiederkäuern beweidet werden, kann sich die Zahl der für Pferde infektiösen Wurmlarven auf der Weide deutlich verringern.
Dabei ist jedoch Vorsicht geboten: Rinder und Schafe können den Leberegel verbreiten. Pferde können sich ebenfalls mit Leberegeln infizieren, wenn sie die infektiösen Stadien aufnehmen, die von den Leberegelschnecken ausgeschieden werden.